Spielweise und Taktik – Besonderheiten im Futsal

Für eine erfolgreiche Futsal-Mannschaft wird eine gut durchdachte Taktik gebraucht, und Spieler, die die taktischen Vorgaben technisch umsetzen können. Die Spieler sind durch das kleine Spielfeld besonders gefordert, da die Räume zwischen den Gegenspielern sehr eng sind und Ballverluste zu gefährlichen Kontersituationen des Gegners führen können. Um in Offensivaktionen Raumgewinne zu realisieren, ist das Rochieren der angreifenden Spieler sehr wichtig. Auf diese Weise entstehen kurzzeitige Überzahlsituationen, die allerdings die Gefahr eines Konters weiter erhöhen.

Durch die Spielschnelligkeit entstehen immer neue Spielsituationen, die von den Spielern schnelles Mitdenken und Umschalten verlangen. Die taktischen Vorgaben erfordern, dass die Angriffe und auch die Defensivarbeit vom gesamten Team ausgeführt werden. Deshalb müssen die Spieler über ein ganzheitliches Spielverständnis verfügen, um ihre Rolle als Verteidiger und Stürmer zugleich zu erfüllen. Entsteht z.B. durch Torrückstand ein erhöhter Druck, Tore erzielen zu müssen, wird die angewendete Spieltaktik maßgeblich beeinflusst. Offensivere und dadurch aggressivere Taktiken sind im Futsal immer mit einem höheren Risiko eines Gegentors verbunden. Der maximale Druck der Offensive kann durch die Auswechslung des Torhüters gegen einen Feldspieler erreicht werden. Die Wahl der Taktik kann spielentscheidend wirken und ist mit besonderer Verantwortung verbunden, was die Position des Trainers zu einer Schlüsselrolle macht.

Jose Venancio Lopez, der Trainer des aktuellen Europameisters Spanien, sagte dazu: „Die Trainer haben einen so großen Einfluss auf das Spielgeschehen. Sie spielen eine ganz wichtige Rolle, die Mannschaft muss sich den Ideen und den Befehlen des Trainers voll und ganz unterordnen“.

Für die Umsetzung dieser taktischen Anforderungen sind eine schnelle Auffassungsgabe und eine hervorragende Technik notwendig, um den Ballbesitz zu behaupten. Bei einer aufgebauten Angriffssituation werden Raumgewinne i.d.R. durch Kurzpassspiel erreicht, wofür eine uneingeschränkte Handlungsschnelligkeit möglich sein muss. Sehr bewährt haben sich hierzu der Schuss mit der Pike und die Kontrolle des Balls durch die Sohle.

Beim Spiel mit der Sohle befindet sich der Fuss schon während der Ballannahme auf dem Ball. Damit ist es dem Spieler möglich, ohne Zeitverzögerung Bewegungen, Drehungen und Abspiele in alle Richtungen auszuführen. Diese gewonnene Handlungsschnelligkeit kann die Effektivität eines Spielzugs ungemein erhöhen. Dies gilt auch für den Pikenschuss, da ein Schuss mit der Pike ansatzlos ist und deshalb sehr schnell ausgeführt werden kann. Der Ball wird hierbei mit der Fussspitze getreten. Dabei ist eine technisch perfekte Ausführung notwendig, um Verletzungen zu vermeiden. Der niedrige Luftdruck des Futsalballs und seine materielle Beschaffenheit wirken hierbei unterstützend.

Der Brasilianer Ronaldo sagte nach seinem WM-Finaltor 2002: „Es ist nicht leicht, mit der Pike zu schießen, aber ich habe es instinktiv gemacht, weil ich als Kind Futsal gespielt habe.“

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